Fraunhofer-Gesellschaft

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Die Future-Technology-Check-Methode - Technologievorausschau für kleine und mittlere Unternehmen

 
: Brüchert, Martin; Suwelack, Kay

Gausemeier, Jürgen (Hrsg.) ; Heinz-Nixdorf-Institut -HNI-, Paderborn; Univ. Paderborn:
Vorausschau und Technologieplanung. 11. Symposium für Vorausschau und Technologieplanung 2015 : 29. und 30. Oktober 2015, Berlin
Paderborn: HNI, 2015 (HNI-Verlagsschriftenreihe 347)
ISBN: 978-3-942647-66-3
pp.205-218
Symposium für Vorausschau und Technologieplanung <11, 2015, Berlin>
German
Conference Paper
Fraunhofer INT ()
Corporate Technology Foresight; Future Technology Check; kmU

Abstract
Einer Shell-Studie aus dem Jahre 1997 zur Folge überleben die meisten Unternehmen in einem dynamischen technischen Umfeld die Umwälzungen des technologischen Wandels und die damit verbundenen Wettbewerbsverzerrungen auf lange Sicht nicht. So liegt z.B. die Lebenserwartung von Fortune Global 500 Unternehmen bei unter 50 Jahren, da die meisten Firmen dieser Größe nicht in der Lage sind, ihre Organisation auf Veränderungen in ihrer Umgebung anpassen. Aber auch kleine und mittlere Unternehmen sind den Gefahren des technischen Fortschritts ausgesetzt. Insbesondere dann, wenn sich technische Entwicklung mit hoher Geschwindigkeit vollzieht, zu einer rasanten Verkürzung von Produktlebenszyklen führt und disruptiv in bestehendes Marktgeschehen eindringt und sich dadurch nicht nur Teile sondern ganze Wertschöpfungsketten verändern. Um sich auf einen ausführlichen Prozess der Technologievorausschau einzulassen, fehlt es kleinen und mittleren Unternehmen jedoch häufig an Ressourcen und Erfahrung. Die Autoren haben aus diesem Grund den bestehenden Methodenkoffer der Technologievorausschau in einer für kleine und mittlere Unternehmen gewinnbringenden Form adaptiert und getestet. Die speziell für diese Zielgruppe entwickelte Methodik nennt sich Future Technology Check und kombiniert Methoden der Strategischen Frühaufklärung, des Horizon Scanning, Technologie Scouting und des Technologie-Monitoring mit partizipativen und kreativen Methoden wie Wissenstransfer-Workshop und Brainwriting. Der Future Technology Check basiert auf einem schlanken dreistufigen Prozess in dessen Rahmen die für das Unternehmen relevanten Zukunftstechnologien ermittelt und entsprechende Handlungsfelder z.B. in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Produkte und Geschäftsmodelle identifiziert werden. Dabei ist es entscheidend in einem ersten Schritt die Kompetenzen des Unternehmens und seine Sicht auf den technologischen Fortschritt kennenzulernen, relevante Zukunftstechnologien für den Unternehmenskontext auszuwählen und dann ein integriertes Handlungskonzept zu entwickeln. Der Prozess ist skalierbar. Die Ergebnisse dienen der strategischen Produkt- und Technologieplanung des KMU. Durch Einbeziehung von Methoden aus dem Bereich Open Innovation können weiterhin neue Produkte und Geschäftsmodelle entwickelt werden.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-379666.html