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Evidenzen für Spielintensitäten im Fußball als emergente Phänomene

 
: Spandler, Dominik; Lames, Martin

:
Fulltext (PDF; )

Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft -DVS-; Univ. Erlangen-Nürnberg:
Jahrestagung der dvs-Kommission Fußball 2015. Abstractband : "Fußball 4.0 - Hightech in Training, Wettkampf und Ausbildung", Erlangen, 19.-21.11.2015
Erlangen, 2015
pp.24
Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft, Kommission Fußball (DVS Jahrestagung) <2015, Erlangen>
German
Abstract, Electronic Publication
Fraunhofer IIS ()

Abstract
Seit einigen Jahren werden im Fußball systematisch Positions- und Aktionsdaten erfasst. Zahlreiche Studien haben sich mit den daraus abgeleiteten Laufleistungsparametern auseinandergesetzt. Zuletzt wurde zunehmend Kritik an gängigen Interpretationen geübt, da diese beispielsweise den Spielkontext außer Acht lassen (Carling, 2013). In der vorliegenden Untersuchung werden die Laufleistungen der sich gegenüberstehenden Teams erstmals gemäß der Theorie dynamischer Systeme als spontane, aus ihrer dynamischen Interaktion entstehende, Emergenzen aufgefasst. Zu diesem Zweck wurden 603 Spiele aus den Bundesliga-Saisons 2011/12 und 2012/13 auf Basis der offiziellen Spieldaten der DFL analysiert. Diese beinhalten Informationen zu Gesamtlaufleistungen, Sprints sowie schnellen, intensiven und offensiven Läufen und wurden in Bezug auf teamspezifische, interaktionsinduzierte und durch den Spielort entstehende Einflüsse untersucht. Zwar können signifikante (p < .001) teamspezifische Unterschiede mit hohen Effektstärken bezüglich aller Distanzen beobachtet werden, aber es zeigt sich auch, dass die Spielintensität in allen Parametern signifikant höher (p ≤ .007) mit der interaktionsinduzierten Laufleistung korreliert als mit den Teamlaufleistungen. Während in Bezug auf den Spielort widersprüchliche Ergebnisse zu erkennen sind, ergeben sich bei der Kombination der Faktoren Spielort und Mannschaft in allen Fällen signifikante (p ≤ .04) mittlere Effekte. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Laufleistungen nicht nur aus teamspezifischen Komponenten bestehen, sondern auch aus Interaktionsprozessen der beteiligten Teams emergieren. Daher sollten entsprechende Interpretationen kontextbezogen erfolgen. Die gewonnenen Erkenntnisse tragen zum Spielverständnis bei und bieten eine Orientierungshilfe bei Interpretationen von leistungsbezogenen Kennwerten in Spielsportarten. Carling, C. (2013). Interpreting physical performance in professional football match-play: should we be more pragmatic in our approach? Sports Medicine, 43, 655-663.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-377307.html