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Größere Köpfe kompensieren erhöhte Hüft-TEP-Luxationsgefahr bei Hochrisikopatienten

Larger heads compensate for an increased risk of THA dislocation in high-risk patients
 
: Zajonz, Dirk; Philipp, Henry; Schleifenbaum, Stefan; Möbius, Robert; Hammer, Niels; Grunert, Ronny; Prietzel, Torsten

:

Der Orthopäde 44 (2015), No.5, pp.381-391
ISSN: 0085-4530
German
Journal Article
Fraunhofer IWU ()
Hüftendoprothetik; Gelenkstabilität; Primärimplantationen; Revisionsendoprothetik; Folgeluxation

Abstract
Hintergrund. Hüfttotalendoprothesen-(Hüft-TEP-)Luxationen sind gefürchtete Komplikationen und treten nach 2 % der Primärimplantationen sowie 5-10 % der Revisionen auf. Eine korrekte Implantation vorausgesetzt, kann das Luxationsrisiko in erster Linie durch die Rekonstruktion der Hüftgelenkkapsel und größere Gelenkköpfe reduziert werden. Aus deren Verwendung können ein vermehrter Abrieb oder eine erhöhte Lockerungsgefahr resultieren, weshalb in der Primärendoprothetik gegenwärtig maximal 36-mm-Köpfe implantiert werden. Bei erhöhtem Luxationsrisiko ist der Einsatz von 40-mm- sowie 44-mm-Köpfen zu erwägen. Ziel der Arbeit. Im Rahmen dieser Arbeit sollten das Hüft-TEP-Luxationsrisiko quantifiziert und die Verläufe von Hochrisikopatienten mit implantierten 40-mm- und 44-mm- Köpfen bezüglich Luxationen und sonstiger Komplikationen analysiert werden. Material und Methoden. Alle im Zeitraum 9/2009 bis 5/2014 hüftendoprothetisch versorgten Patienten mit erhöhtem Luxationsrisiko wurden erfasst und die Verläufe auf Luxationen überprüft. Die Fälle mit Einsatz von Köpfen = 40 mm wurden bezüglich des Risikos klassifiziert und retrospektiv analysiert. Ergebnisse. Im Studienzeitraum erfolgten 288 Hüftendoprotheseneingriffe mit erhöhtem Luxationsrisiko. Bei 278 Fällen mit Gelenkköpfen von = 36 mm Durchmesser betrug die Luxationsrate 15,1 % (n = 42). Bei 10 Fällen, deren Luxationsrisiko entsprechend einer vorgeschlagenen Klassifikation als 3A bis 4B und somit hoch zu bewerten war, wurden 40-mm- und 44-mm-Gelenkköpfe eingesetzt. Bei einem mittleren Followup von 22,8 Monaten wurden keine Luxationen registriert.
Diskussion. Die mit 40-mm- sowie 44-mm-Köpfen erzielten Ergebnisse wie auch aktuelle Literatur sprechen für eine höhere Gelenkstabilität und verminderte Luxationsneigung größerer Köpfe in der Hüftendoprothetik. Deren Einsatz ist daher gegenwärtig bei Risikopatienten gerechtfertigt und zukünftig in der Hüftendoprothetik anzustreben.

 

Dislocation is a devastating complication after total hip arthroplasty (THA) and occurs in 2-5% of primary THA cases and 5-10% of revision THA cases. Assuming correct implantation, dislocation risk can be reduced primarily by capsular repair and the use of larger prosthetic heads. However, larger heads are also associated with risks like accelerated wear or implant loosening, which is why heads with a maximum diameter of 36 mm are currently standard in primary THA. In cases with high dislocation risk, the use of 40 mm and 44 mm heads should be considered. This study aimed to quantify THA dislocation risk and retrospectively analyze the course of disease in high-risk patients treated with 40 mm or 44 mm femoral heads after primary or revision THA, concerning dislocation and other complications suffered. All patients with increased THA dislocation risk, treated from 2009-2014, were evaluated regarding dislocations. The cases with installation of 40 mm or 44 mm prosthetic heads were classified using a self-developed 5-level risk score and retrospectively analyzed. During the observation period, 288 THA interventions with increased dislocation risk were performed. In 278 cases with ball diameters a parts per thousand currency sign 36 mm the dislocation rate was 15.1% (n=42). In 10 high dislocation-risk cases (3A to 4B according to recommended scoring system), 40 mm and 44 mm heads were used. After a 22.8 month mean follow-up, no THA dislocations were reported. Our results with 40 and 44 mm heads and the existing literature confirm much higher joint stability and, thus, significantly reduced dislocation risk with larger prosthetic heads in THA. Their use is, therefore, justified in high-risk patients and should be considered in future THA.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-343535.html