Fraunhofer-Gesellschaft

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Einsatz von RedFIR zur Sprintdiagnostik

 
: Völker, Matthias; Seidl, Thomas; Lames, Martin

Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft -DVS-, Kommission Leichtathletik; Univ. Bayreuth, Institut für Sportwissenschaft:
20 Jahre dvs-Kommission Leichtathletik - Analysen, Bilanzen, Perspektiven : 11. Jahrestagung der dvs-Kommission Leichtathletik, 10.-11. Oktober 2014 in Bayreuth, Programmheft & Abstracts
Bayreuth, 2014
pp.12
Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft , Kommission Leichtathletik (DVS Jahrestagung) <11, 2014, Bayreuth>
German
Abstract
Fraunhofer IIS ()
WiTrack

Abstract
Im leichtathletischen Sprint wird seit 1987 bei internationalen Wettkämpfen eine detaillierte Wettkampfdiagnostik durchgeführt. Von Interesse sind hierbei insbesondere Teilzeiten, der Geschwindigkeitsverlauf und Schrittlänge/-frequenz (Letzelter M. & Letzelter S., 2002). Letztere werden derzeit typischerweise als Durchschnittswerte berichtet (Hunter, Marshall & McNair, 2004). Eine kontinuierliche Messung dieser Parameter ist auf Basis videotechnischer Auswertungen sehr aufwändig und fehleranfällig (Letzelter M. & Letzelter S., 2005). Bei der Weltmeisterschaft 2009 wurde die Geschwindigkeit des Athleten kontinuierlich auf Basis von Laserdistanzmessungen für lineare Sprintstrecken (100m / 100m-Hürden / 110m-Hürden) erfasst (Graubner & Nixdorf, 2011).
Der Einsatz von Sensoren, die vom Sportler getragen werden, ermöglicht kontinuierlich detaillierte Aussagen über dessen Bewegung während des Sprints. Dies garantiert einen zeitlich hochaufgelösten, lückenlosen Geschwindigkeitsverlauf sowie die zeitliche und räumliche Erfassung jedes einzelnen Schritts. Hierfür werden miniaturisierte Sender (Maße: 50mm x 33mm x 6mm; Gewicht: 15g) an beiden Schuhen angebracht, deren Position 200mal pro Sekunde erfasst wird.
Mit dem RedFIR-System des Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen IIS lassen sich mit Sendern ausgestattete Objekte mit sehr hoher Genauigkeit in Echtzeit, sowohl Indoor als auch Outdoor, orten. Ursprünglich für den Fußball konzipiert, lässt sich ein Areal von 500m × 500m mit einer Genauigkeit von weniger als einem dm abdecken. Die von den Sendern ausgesandten Funksignale werden von zwölf Antennen empfangen, die rund um das Spielfeld herum installiert sind. Somit ist es möglich alle Bewegungen in 3D zu erfassen. Auf Basis der Eintreffzeitpunkte der Signale und deren Differenzen lassen sich die Positionen der Objekte bestimmen. Die Gesamtkapazität des RedFIR-Systems beträgt circa 50.000 Positionen pro Sekunde, die sich auf die Sender verteilen (von der Grün, Franke, Wolf, Witt & Eidloth, 2011).
Zur vorliegenden Untersuchung wurden je zwei 100m Sprints von 16 Nachwuchsläufern (Alter: 18.9 ± 2.8 Jahre) des LAC Quelle Fürth und der LG Erlangen mit dem im Grundig Stadion in Nürnberg installierten RedFIR System aufgenommen und anschließend analysiert. Jeder Sportler trug dazu einen Sender am linken und rechten Schuh und einen Sender am Rücken. Insgesamt wurden 32 Sprints hinsichtlich des Verlaufs der Geschwindigkeit, der Schrittlängen und Schrittfrequenzen analysiert. Vergleiche zwischen Männern und Frauen und leistungsstärkeren und –schwächeren Sprintern ergaben dabei typische Verläufe, die - differenziert nach einzelnen Sprintabschnitten – höchst relevante leistungsdiagnostische Aussagen im Sprint liefern.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-326225.html