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Methoden zur Ermittlung der Verlagerungsoptionen von Straßentransporten auf den Kombinierten Verkehr

 
: Eiband, Agnes
: Clausen, Uwe; Henke, Michael

Dortmund: Verlag Praxiswissen, 2014, XV, 157 pp.
Zugl.: Dortmund, TU, Diss., 2014
Logistik, Verkehr und Umwelt
German
Dissertation
Fraunhofer IML ()
kombinierter Verkehr; Verlagerungspotential; Verlagerungsoption; Transportvariante

Abstract
Auftraggeber fordern in Ausschreibungen teilweise gezielt den umweltfreundlichen Transport ihrer Produkte. Eine umweltfreundlichere Alternative zum Straßentransport bietet dabei u.a. der Kombinierte Verkehr Strasse/Schiene (KV). Das Problem ist den Logistikverantwortlichen bewusst. Sie finden jedoch haeufig nicht ausreichend individuelle Informationen zu den realistischen KV-Moeglichkeiten fuer ihre Transporte, vor allem, da bei Weitem nicht alle Transporte fuer den KV geeignet sind. Die detaillierte Auswertung des Straßentransportaufkommens belegt, dass bei deutschen Transportunternehmen weniger als 8% der Transporte theoretisch auf den KV Strasse/Schiene verlagert werden koennen. Noch genauer ist die Praxisanwendung der hier entwickelten Methode, die bei der Berechnung der Verlagerungsoption fuer mehrere Firmen ein Potential von 3% ergab. Diese 3% koennen von den vielen Vorteilen des KV profitieren und direkt verlagert werden.
Die geringe Quote der KV-Eignung von heutigen Strassentransporten kann jedoch zu einem hohen Aufwand bei den Unternehmen fuehren, um diese Transporte zu erkennen. Die relevanten Transporte koennen leicht unentdeckt bleiben. Daher wird in dieser Arbeit eine Methode entwickelt, die diese Transporte weitgehend vorsortiert und eine Erstpruefung der Verlagerungsoptionen uebernimmt.
Diese Entwicklung erfolgt auf Grundlage der Anforderungen von Verladern, Spediteuren und KV-Operateuren, die als Anwender identifiziert wurden. Eine Grundanforderung der Verlader ist, dass der KV nur bei einem zum Lkw kosten- und qualitaetsneutralen Angebot in Betracht gezogen werden soll. Der Fokus bei der Entwicklung der Methode liegt daher auf der wirtschaftlichen Bewertungsmoeglichkeit der Optionen und auf der Darstellung der Komplexitaet der Transportkette im KV und ihrer Preisgestaltung.
Die Grundstruktur besteht aus der Ermittlung und Bewertung der Verlagerungsoptionen einzelner Transporte in mehreren Selektionstufen. Die stufenweise Selektion der Transporte, fuer die keine KV-Option vorhanden ist, fuehrt zu einer deutlichen Reduzierung der Datenmenge nach jeder Selektionsstufe und zu einer akzeptablen Rechenzeit.
Herausforderungen in dieser Arbeit bestheen vor allem bei der Berechnung der Preise der Transportvarianten aufgrund der mangelhaften Preistransparenz von KV-Angeboten. Durch die neue Preisberechnungsmethode von KV-Transporten koennen hier erstmals internationale Haus-zu-Haus Kosten berechnet und als Grundlage der Optimierung verwendet werden, falls - wie in den meisten Faellen - keine Preisangaben vorliegen. Die Ergebnisse der Berechnung werden mit den Praxispreisen bei ca. 200 internationalen KV-Angeboten verglichen. Die Werte der berechneten Preise weichen im Durchschnitt nur um +/-9% von den Preisangaben der KV-Anbieter ab, was die hohe Genauigkeit und Realitaetsnaehe der Berechnungen verdeutlicht.
Die hier entwickelte Methode floss in die Software >Multimodal Promotion< fuer den Bereich Strasse/Schiene ein, die in mehreren KV-Terminals als Grundlage fuer oeffetnlich zugaengliche Fahrplanchecks durch Verlader und Spediteure genutzt wird.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-318092.html