Fraunhofer-Gesellschaft

Publica

Hier finden Sie wissenschaftliche Publikationen aus den Fraunhofer-Instituten.

Automatisierung des Polyamid Lasersinter Prozesses

 
: Fischer, Andreas

Grzesiak, Andrzej (Hrsg.) ; Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung -IPA-, Stuttgart:
Prototypenbau und 3-D-Messtechnik : 13. Oktober 2010, Stuttgart, 15. Anwenderforum RPD; Tagungsband
Stuttgart, 2010
pp.14
Anwenderforum Rapid Product Development <15, 2010, Stuttgart>
German
Conference Paper
Fraunhofer IPA ()
Lasersintern; Automatisierung; Fertigungsprozess

Abstract
Um aus dem Polyamid-Lasersinter-Prozess ein sauberes Fertigungsverfahren mit höherer Prozesssicherheit zu entwickeln, ist es insbesondere nötig, die vor- und nachgelagerten Prozessschritte gesteuert zu automatisieren. Bei den vorgelagerten Prozessschritten handelt es sich einerseits um die Pulvermischung als auch um das Befüllen der Lasersinteranlage mit dem Pulvergemisch. Beide Prozessschritte erfolgen in der Praxis manuell und sind dadurch Fehlerquelle und ein erheblicher Kostenfaktor. Das Erstellen des richtigen Pulvergemisches ist ein wichtiger Qualitätsfaktor für die durch den Polyamid-Lasersinter-Prozess erzeugten Produkte. Die homogene Durchmischung als auch das exakte Mischverhältnis von Alt- und Neupulver ist ausschlaggebend für die Qualität der erzeugten Bauteile. Durch das Einhalten des exakten Mischverhältnisses lassen sich somit Kosten in den Bereichen Material, Personal und Reklamation einsparen. Ist es durch erhöhte Kundennachfragen nötig, eine oder mehrere Lasersinteranlagen im Dauerbetrieb zu fahren, können durch ein automatisiertes Befüllungssystem Standzeiten reduziert und Kosten im Bereich Personal erheblich gesenkt werden. In der Misch- und Befüllanlage "puryfill" sind beide vorgelagerten Prozesse gesteuert und automatisiert. Realisiert wurde die Mischung als auch die Zuführung mittels Dichtstromtechnik. Bei der Dichtstromtechnik wird viel Pulver und wenig Luft gefördert. Diese Art der Förderung erlaubt es, geringe Schlauchdurchmesser zu verwenden und eine Reichweite bis zu 20 m zu erreichen. Dadurch ist es möglich, den Pulvervorrat für die Fertigung ohne großen Aufwand getrennt vom Fertigungsprozess selbst zu lagern. Der Kontakt von Mitarbeitern mit dem Polyamid-Pulver kann durch solche Maßnahmen stark reduziert werden, was schlussendlich zu einem saubereren Prozess führt. Das "puryfill" System benötigt durch die Verwendung der Dichtstromtechnik keine Luftabscheider an den Sintermaschinen. Die nötigen Umrüstungen an der Lasersinteranlage variieren zwischen keinen, bei der EOS P100 Reihe, bis zu der Anbringung eines Sensors bei der EOS P300 Reihe. Andere Lasersinteranlagen sind durchaus auch mit dem "puryfill" System kombinierbar. Hierzu muss nur die Maschinenstation auf der Sinteranlage angepasst werden, die eigentliche Zentraleinheit von "puryfill" bleibt erhalten.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-298485.html