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Wie können die Voraussetzungen für den Transfer klimafreundlicher Technologien in die Schwellen- und Entwicklungsländer verbessert werden?

Ein Gastbeitrag
 
: Gandenberger, Carsten; Peukert, Jan; Christmann-Budian, Stephanie; Bodenheimer, Miriam

:
Fulltext (PDF; - Gesamtes Heft)

Econet Monitor (2014), Mai, pp.27-29
German
Journal Article, Electronic Publication
Fraunhofer ISI ()

Abstract
Klimafreundliche Technologien, wie z.B. Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien oder zur Steigerung der Energieeffizienz, müssen sich auf globaler Ebene verbreiten und zum Einsatz gelangen, um ihr Potential zur Bekämpfung des Klimawandels zur vollen Entfaltung zu bringen. Obwohl insbesondere wichtige Schwellenländer wie China und Indien die Notwendigkeit zur Stärkung ihrer eigenständigen Innovationskraft in diesem Bereich erkannt und auch entsprechende Initiativen zum Aufbau heimischer Industrien ergriffen haben, spricht die Analyse von Patentdaten dafür, dass dem traditionellen Modell des Technologietransfers von Nord nach Süd auch in Zukunft eine hohe Bedeutung zukommen wird. Die Notwendigkeit einer verstärkten technologischen Zusammenarbeit zwischen den entwickelten Ländern des Nordens und den im Entwicklungsprozess befindlichen Ländern des Südens wird auch dadurch unterstrichen, dass seit dem Jahr 2005 mehr als die Hälfte der weltweit vom Energiesektor verursachten CO 2 Emissionen in den Ländern entstehen, die nicht der OECD angehören. Nach einer Prognose der Internationalen Energie Agentur wird dieser Anteil bis zum Jahr 2030 weiter auf 68% steigen. Auf nationaler und transnationaler Ebene wurden von der Politik in den vergangenen Jahren zahlreiche Initiativen zur Förderung des internationalen Transfers klimafreundlicher Technologien ergriffen, wie z.B. im Rahmen des Bali Action Plans der UNFCCC, sowie entsprechende Programme und Finanzierungsmechanismen ins Leben gerufen. Unter dem Begriff des internationalen Technologietransfers wird in diesem Zusammenhang nicht allein der grenzüberschreitende Transfer technologischer Hardware verstanden, sondern auch der Transfer von Know-how und Erfahrung. Diese politischen Initiativen beruhen zum einen auf dem in der Klimarahmenkonvention verankerten Prinzip der "geteilten, aber differenzierten Verantwortung" von Industrie- und Entwicklungsländern für den Klimawandel. Zum anderen kann der Transfer von klimafreundlicher Technologien und Know-how eine wichtige Rolle für die wirtschaftlichen Entwicklungsprozesse von Schwellen-und Entwicklungsländern spielen und wird im Rahmen der internationalen Klimaverhandlungen von diesen Ländern vielfach als eine wichtige Voraussetzung für eine Einigung auf verbindliche Klimaschutzzielen angesehen.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-294518.html