Fraunhofer-Gesellschaft

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Schallabstrahlung beim Begehen von Laminatfußböden

 
: Plinke, B.; Schlüter, F.

Ziegahn, K.-F. ; Gesellschaft für Umweltsimulation -GUS-, Pfinztal:
Umwelteinflüsse erfassen, simulieren, bewerten. 33. Jahrestagung der GUS 2004 : 17. bis 19. März 2004, Pfinztal bei Karlsruhe
Pfinztal: GUS, 2004
ISBN: 3-9808382-4-2
pp.399-413
Gesellschaft für Umweltsimulation (Jahrestagung) <33, 2004, Pfinztal>
German
Conference Paper
Fraunhofer WKI ()

Abstract
Laminatfußböden sind ein eingeführtes Holzwerkstoffprodukt, das aus einer harten und gleichzeitig dekorativen Nutzschicht (Hochdrucklaminat) und einer Trägerplatte (hochdichte Faserplatte, HDF) besteht. Eine wesentliche
Produkteigenschaft ist auch das Raumschallverhalten, d.h. die Abstrahlung von Trittschall in den mit dem Laminatfußboden ausgelegten Wohnraum. Um diese zu dämpfen werden verschiedenartige Dämmunterlagen schichtweise auf die Unterseite aufgetragen oder als Unterlage mit den Fußbodenpaneelen verklebt. Messungen des Raumschallverhaltens mit einer künstlichen Anregungsquelle korrelieren gut mit dem subjektiven Höreindruck von Probanden, wie Begehversuche auf verschiedenen Fußböden zeigten. Beim Europäischen Verband der
Laminatfußbodenhersteller (EPLF) wurde ein Mess- und Prüfverfahren entwickelt, das Vergleiche der verschiedenen Produkte und die Beurteilung von Weiterentwicklungen ermöglicht. Als Anregung wird ein modifiziertes Normhammerwerk verwendet, das auf einer 200 cm mal 240 cm großen Prüffläche in einem Messraum mit ausreichend kleiner Nachhallzeit platziert wird. Der stationäre Schalldruckpegel wird gemessen und danach einer Lautheitsanalyse nach Zwicker (ISO 532B) unterzogen. Maß für die Schallabstrahlung und
damit das Raumschallverhalten des Fußbodens sind die Gesamtlautheit (in Sone) und die spezifische Lautheit als
Sone/Bark-Spektrum. Im WKI wird das Messverfahren im Auftrag vieler europäischer Fußbodenhersteller und Zulieferer zur Optimierung ihrer Produkte eingesetzt. Hörbare Unterschiede bei den Böden spiegeln sich auch in den Messwerten wieder. Charakteristisch für Laminatböden sind im Frequenzspektrum eine dominierende Komponente bei tieferen Frequenzen (400 Hz bis 1000 Hz), die den Klangeindruck wesentlich bestimmt und
vermutlich durch das Feder/Masse-System des Fußbodens zustande kommt, und eine zweite, höherfrequente Komponente (um 2500 Hz, entsprechend einem hellen Klappern), verursacht
durch die harte Oberfläche. Beides kann durch geeignete Unterlagen deutlich gedämpft werden. Steifere Unterlagen ergeben einen dumpferen Klangeindruck, weiche bzw. elastische einen harmonischeren. Aber auch die Masse des Fußbodens und ihre Ankopplung an die Rohdecke spielen eine wichtige Rolle, so dass es bisher schwierig ist, aufgrund der physikalischen Eigenschaften das Raumschallvehalten des Gesamtsystems vorherzusagen.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-26823.html