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SNG und LPG aus biogenen Reststoffen - Technische Machbarkeit und Verwertungspotenzial

 
: Heil, Volker; Brandenbusch, Christoph; Breitkreuz, Klaas; Camara, H.; Chahid, S.; Fastabend, A.; Hiebel, M.; Jandewerth, M.; Juricev-Spiric, M.; Kraft, A.; Krzanowski, M.; Menne, A.; Rüther, F.; Schieferstein, E.; Stiel, F.; Unger, C.; Urban, W.

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Fulltext (PDF; )

Thrän, D. ; Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit -BMU-, Berlin; Deutsches BiomasseForschungsZentrum -DBFZ-, Leipzig:
Alternative Verfahren zur Herstellung von Biokraftstoffen aus Reststoffen : Abgeschlossene Vorhaben im BMU-Förderprogramm
Leipzig: DBFZ, 2013 (BMU-Förderprogramm "Energetische Biomassenutzung". Schriftenreihe 13)
pp.32-42
German
Book Article, Electronic Publication
Fraunhofer UMSICHT Oberhausen ()
Reststoffverwertung; Machbarkeit

Abstract
Dass sich biogene fett- und ölbasierte Reststoffe und Koppelprodukte durch katalytisches Cracken an Aktivkohlen und anderen porösen Katalysatoren bei Normaldruck in gasförmige Kohlenwasserstoffgemische umwandeln lassen, ist bekannt. In diesem Vorhaben werden jedoch erstmals systematische Untersuchungen dazu vorgelegt, diese Gasprodukte als Wertstoffe gezielt zu erzeugen. Erste experimentelle Ergebnisse zur Herstellung von Erdgassubstitut ("Substitute Natural Gas" - SNG) und Flüssiggas ("Liquified Petroleum Gas" - LPG) werden dabei durch eine Prozesssimulation ergänzt.
Mit diesem Verfahren lassen sich nennenswerte Mengen gasförmiger n-Alkane gewinnen. Für die wichtigsten Gasbestandteile konnten Absatzpotenziale im Erdgas- und Flüssiggasmarkt, insbesondere als LPG-Beimischung zu Biomethan zur Herstellung von 100 % biobasiertem SNG für die Einspeisung ins Erdgasnetz, aufgezeigt werden. Weitere Absatzpotenziale liegen in der Verwendung im Kraftstoffbereich (Flüssiggasfahrzeuge). Dennoch wird eine wirtschaftliche Umsetzung des Verfahrenskonzeptes nur in der gleichzeitigen Wertschöpfung aus den Flüssigprodukten möglich sein. Die Verwendung zeolithischer Katalysatoren führt im Gasprodukt vornehmlich zu Ethen und Propen; bei den Flüssigprodukten sind hier teils Alkene, teils alkylierte Benzole vorherrschend.
Rohstoffseitig konnten verschiedenste fettsäurehaltige Einsatzstoffe wie Fettsäurerückstände aus der chemisch-physikalischen Vorklärung eines Ölpflanzenverarbeiters, Havariefette aus der Ölpfl anzenverarbeitung, Altfett aus der Gastronomie und lebensmittelverarbeitenden Industrie oder Jatropha Curcas-Öl sowie Algenöl als Co-Feed erfolgreich eingesetzt werden. Dabei wurden an Aktivkohle bis zu 47 % energetischer Ausbeute für den organischen Anteil am Gasprodukt (OGP) erzielt. Geeignete Reaktortemperaturen für die gezielte Wertschöpfung aus der Flüssigphase lagen bei 475-500 °C. Untersuchungen zum Einfluss der Porenstruktur auf die katalytische Aktivität von Aktivkohle beim katalytischen Cracken weisen darauf hin, dass hier insbesondere die Mikroporen und kleinen Mesoporen (Poren mit 0,2-3,4 nm Radius) zum Beschleunigen der gewünschten Reaktionsverläufe notwendig sind.
Gegenüber fossilen Produkten können bis zu 97 % an Treibhausgasemissionen bei der Erzeugung von 30 Gew.% Propan und 70 Gew.-% Diesel/Benzin eingespart werden.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-264815.html