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Integration der Six Sigma Methodik in ein reifes Vorgehensmodell zur Konfiguration eines Lean Production Systems

 
: Nad, Thomas

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Fulltext (PDF; )
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Stuttgart: Fraunhofer Verlag, 2013, 157 pp.
Zugl.: Stuttgart, Univ., Diss., 2013
Schriftenreihe zu Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement, 4
ISBN: 3-8396-0526-1
ISBN: 978-3-8396-0526-4
URN: urn:nbn:de:bsz:93-opus-83878
German
Dissertation, Electronic Publication
Fraunhofer IAO ()
Lean Production Experte; Six Sigma Experte; Produktionsleiter; Werkleiter; Arbeitsvorbereitung; Produktionsplaner; Lean Production; Six Sigma; Six Sigma Methodik

Abstract
Das Lean Production System findet heutzutage in vielen Branchen und Bereichen Anwendung. Das große Interesse an diesem System wird durch die beachtlichen Erfolge, die einige Vorzeigeunternehmen wie Toyota und Porsche erzielen gestärkt. Gleichzeitig zeigen allerdings mehrere Studien, dass zahlreiche Unternehmen bei der Konfiguration ihres eigenen Lean Production Systems Probleme haben.
Im Rahmen der Arbeit wird mittels eines Reifegradmodells festgestellt, dass das Vorgehensmodell des Lean Production Systems noch nicht ausgereift ist und sich auf der Stufe der "Improvisation" befindet. Im Vergleich dazu erreicht die Six Sigma Methodik, die für eine systematische Prozessverbesserung konzipiert wurde, einen wesentlich höheren Reifegrad.
Als Ursache für die fehlende Reife des Lean Production Systems lassen sich Schwächen im Bereich des Vorgehens und der Methoden identifizieren. Ausgehend von diesen Erkenntnissen werden in der Arbeit Methoden aus der Six Sigma Methodik gezielt ausgewählt und für die Anwendung im Lean Production System weiterentwickelt. Diese Methoden werden in das Vorgehensmodell integriert, wobei folgende Elemente maßgeblich zur Systematik beitragen:
- Systematische und durchgängige Vorgehensstruktur in Form des DMAIC-Zyklus: Der fünfstufige Aufbau des DMAIC-Zyklus trägt maßgeblich dazu bei, dass Lean Projekte damit systematisch bearbeitet werden können. Die durchgängige Anwendbarkeit der Vorgehensstruktur ermöglicht es, dass in strategischen (z. B. Konfiguration des gesamten Produktionssystems) und operativen (z. B. Roadmaps) Projekten einheitlich vorgegangen werden kann.
- Standardisierung der Planungsmethoden in den Projektphasen: Eine Detaillierung erfährt die Vorgehensstruktur durch das Zuordnen der notwendigen Lean- und Six Sigma Methoden zu den einzelnen Projektphasen. Als Ergebnis steht für die Bearbeiter eine standardisierte Vorgehensbeschreibung in allen Projektphasen zur Verfügung.
- Systematische Lean-Methodenauswahl durch das entwickelte House-of-Lean-Quality: Die Entwicklung des House-of-Lean-Quality trägt maßgeblich dazu bei, dass die Zusammenhänge der Lean-Methoden strukturiert und visualisiert werden und eine systematische Auswahl der individuell notwendigen Methoden erfolgen kann. Damit findet für alle Beteiligten die Auswahl der richtigen Lean-Methoden mit dem größten Verbesserungspotenzial auf transparente und logisch nachvollziehbare Weise statt.
- Bewertung des Lean-Zielsystems durch den Einsatz der Six Sigma Statistik: Durch die Übertragung der Six Sigma Statistik gelingt es, das bisher nur qualitative Lean-Zielsystem, das in der "Vermeidung von Verschwendung" bestand, messbar zu machen. Für jede Verschwendungsart wurde eine Berechnungsformel entworfen, mit Hilfe derer sich das o-Niveau auf mathematisch eindeutige, einheitliche und vergleichbare Weise errechnen lässt. Über die statistische Bewertung hinaus wird der tatsächlich Umsetzungsstand der einzelnen Lean-Methoden im betrachteten Unternehmen anhand eines praxisnahen Bewertungskatalogs systematisch bewertet.
Durch die entwickelten Erweiterungen gelingt es, den Reifegrad der "sicheren Prozesse" für das Vorgehensmodell zur Konfiguration eines Lean Production Systems zu erzielen.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-242010.html