Fraunhofer-Gesellschaft

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Wirksame Barriere gegenüber Feuchtigkeit

 
: Kolbe, J.

Adhäsion. Kleben und Dichten 56 (2012), No.11, pp.16-20
ISSN: 0001-8198
ISSN: 0943-1454
ISSN: 1619-1919
ISSN: 2192-8681
German
Journal Article
Fraunhofer IFAM ()
Barriereklebstoff; Diffusionsverhalten; Barrierewirkung

Abstract
Die Wasserdurchlässigkeit von Klebstoffen kann durch Einarbeiten von Füllstoffen gesenkt werden. Allerdings lässt sich der gewünschte Effekt nicht mit jedem Füllstoff erreichen. Und ein niedriger Feuchtediffusionskoeffizient alleine gewährleistet nicht die Dichtigkeit einer Klebung. Durch das Einarbeiten von organisch modifiziertem Montmorillonit, Glimmer, sphärischem Siliziumdioxid (> 1 µm) und EpoxyCyclohexylPOSS konnte eine Verringerung des Feuchtediffusionskoeffizienten bzw. eine Verlangsamung der Feuchtediffusion erzielt werden. Der Feuchtediffusionskoeffizient ließ sich durch 15 Gew.% Cloisite 93A um mehr als 50 % senken, sodass sich dem Referenzklebstoff vergleichbare Werte ergaben. Durch die Modifikation mit Glimmer konnte der Feuchtediffusionskoeffizient auf 24 % gesenkt werden. Damit wird ein besseres Ergebnis erzielt als mit dem Referenzklebstoff. Außerdem blieb der Feuchtediffusionskoeffizient bei den Modifikationen mit organisch modifiziertem Montmorillonit und Glimmer auch bei wiederholter Auslagerung auf niedrigem Niveau im Gegensatz zum kommerziellen Barriereklebstoff, der hier ein deutliches Alterungsverhalten zeigt. EpoxyCyclohexylPOSS kann den Feuchtediffusionskoeffizienten ebenfalls stark senken, führt aber zu einer Versprödung des ausgehärteten Klebstoffs. Hier könnte die Zugabe von Diolen helfen - eine Formulierungsstrategie, die bei dieser Klebstoffklasse bereits erfolgreich angewendet wird. Die Feuchtediffusionskoeffizienten des modifizierten Materials müssen dann neu geprüft werden. Für die Auswahl eines Barriereklebstoffs ist es empfehlenswert, das Diffusionsverhalten wiederholt zu prüfen, da Klebstoffe stark altern können. Ebenso ist die Formulierung sehr spröder Klebstoffe zu vermeiden, da ein Auftreten von Mikrorissen die Barrierewirkung eines Klebstoffes zusammenbrechen lässt.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-238858.html