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Informationstechnologie in der Notfallmedizin

 
: Luiz, Thomas; Lengen, Rolf van

Kaiserslautern, 2012, 15 pp.
IESE-Report, 017.12/D
Reportnr.: 017.12/D
German
Report
Fraunhofer IESE ()
emergency medicine; information management; information technology; medical decision support; quality management; process improvement; DENIT; emergency medical service

Abstract
Der Faktor Zeit stellt einen determinierenden Faktor für das Überleben von Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen oder Verletzungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder schweres Trauma dar. Die notfallmedizinische Versorgung stellt damit nicht nur eine große medizinische, sondern in gleicher Weise eine logistische Herausforderung dar.
Die heute verfügbare Informations- und Kommunikationstechnologie ermöglicht es, Informationen entlang der gesamten Rettungskette in einer bislang nicht gekannten Geschwindigkeit, Präzision und Sicherheit zu verarbeiten und zu übermitteln. Damit sind leicht Zeitgewinne bis zur definitiven klinischen Versorgung des Patienten von 10-15 Minuten, im Einzelfall auch von deutlich über 30 Minuten möglich, ohne dass hierfür eine erhöhte rettungsdienstliche Fahrzeugvorhaltung oder personelle Mehrbesetzung in den Leitstellen oder Kliniken notwendig wird.
Die Nutzungsgrad dieser Technologien ist regional noch sehr unterschiedlich, gewinnt allerdings zunehmend an Dynamik. Entscheidend ist, dass die Beteiligten in den neuen Technologien gut aus- und fortgebildet werden, und sowohl die Vorteile wie auch die Schwächen und Grenzen der Systeme kennen. Der Einsatz von IT-Systemen erhöht die Transparenz von Entscheidungsprozessen. Es bedarf daher bei den Führungskräften hoher Sensibilität, taktischen Geschicks und Standhaftigkeit, einerseits berechtige Bedürfnisse (z. B. in Bezug auf den Datenschutz) zu berücksichtigen, jedoch notwendige Schritte zur Erhöhung von Effizienz und Sicherheit im Rettungsdienst konsequent anzugehen. Vorhandene IT-Lösungen berücksichtigen derzeit häufig nur lokale oder regionale Bedürfnisse. Entsprechend schwierig bzw. aufwändig gestaltet sich eine Interoperabilität der Systeme. Eine Vereinheitlichung auf Landesebene bietet hier die Chance, personelle, administrative und finanzielle Aufwände deutlich zu reduzieren.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-223147.html