Fraunhofer-Gesellschaft

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Krisen präventiv angehen

Technisches Risikomanagement
 
: Schmitt, R.; Czech, A.

Management & Qualität : MQ 46 (2011), No.11, pp.28-30
ISSN: 1422-6634
German
Journal Article
Fraunhofer IPT ()

Abstract
Unternehmen stehen vor immer größeren und komplexeren Risiken und müssen ihr Risikomanagement so gestalten, dass wesentliche Risiken früh erkannt und ggf. behandelt werden können. Als technisches Risikomanagement wird im Beitrag der systematische Umgang mit Risiken verstanden, die den Produkterfolg in Entwicklung und Produktion gefährden. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie und die P3 Ingenieursgesellschaft haben eine Studie zum technischen Risikomanagement durchgeführt und Unternehmen dazu befragt, welche Methoden und Konzepte zum Risikomanagement sie anwenden und wie ihre Prozesse aufgebaut sind. Es zeigte sich, dass die Unternehmen sich zwar darüber bewusst sind, dass technisches Risikomanagement notwendig ist, letztlich aber die Methoden wegen fehlender Zeit oder zu wenig Personal nicht konsequent in die Unternehmensprozesse integriert werden. Gerade der Vorteil des präventiven technischen Risikomanagements kommt in den Unternehmen zu kurz. In über 60 Prozent der Unternehmen wird etwa eine Risikoanalyse erst durchgeführt, wenn bereits Fehler an Produkt oder Prozessen aufgetreten sind. Fast 70 % der Unternehmen haben einen Risikomanagementprozess definiert, entweder in einer selbstständigen Abteilung oder in Projekten. Die definierten Prozesse werden aber kaum konsequent zu Ende geführt. Auch beteiligt sich die Unternehmensführung nur in zwei Fünftel der Unternehmen operativ am Risikomanagement, vor allem in Großunternehmen wird sie meist nur informiert. Die Studie zeigt auch, dass das Methodenpotenzial des technischen Risikomanagements unterschätzt wird. Am häufigsten werden FMEA oder Risk Assessment eingesetzt. Deutlich seltener kommen DRBFM (Design Review Based on Failure Mode), Fehlerbaumanalysen oder Quick-Risk-Checks sowie Sensitivitätsanalysen zum Einsatz. Weitere Schwächen zeigen sich bei der konsequenten Steuerung und Kontrolle der eingeleiteten Maßnahmen sowie einer effektiven Kommunikation und Dokumentation.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-195423.html