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Eine Methode zur deklarativen Modellierung von Koordinationsanforderungen in kooperativen Arbeitsprozessen

 
: Thies, P.

Heimsheim: Jost-Jetter Verlag, 2003, 152 pp.
Zugl.: Stuttgart, Univ., Diss., 2003
IPA-IAO Forschung und Praxis, 386
ISBN: 3-936947-18-X
German
Dissertation
Fraunhofer IPA ()
Fraunhofer IAO ()
Arbeitsprozeß; computer supported cooperative work; Koordination; Teamarbeit; Workflow-Management; Workflow-Management-System; Zusammenarbeit; CSCW; Koordinationsmuster; CODA

Abstract
In der vorliegenden Arbeit wird eine Methode zur Koordination kooperativer Arbeitskontexte entwickelt. Da sie häufig durch kreative, problemlösende Aufgaben geprägt sind, weisen kooperative Arbeitskontexte emergente Prozesse auf. Aus diesem Grund können sie nur schwer durch Workflow-Management-Systeme unterstützt werden.
Aufbauend auf einer Darstellung relevanter Vorarbeiten aus den Gebieten der computergestützten Zusammenarbeit (CSCW) und der Wissensverarbeitung werden sogenannte Koordinationsmuster zur Koordination kooperativer Arbeit vorgeschlagen. Hierzu wird ein Metamodell entwickelt, auf dessen Basis Koordinationsmuster spezifiziert werden können.
Koordinationsmuster können wiederum Submuster enthalten. Mit Hilfe von Koordinationsmustern können Arbeitskontexte auf Basis einer Ontologie beschrieben werden. Die in einer Ontologie frei definierbaren Axiome ermöglichen, implizit in einer Ontologie enthaltenes Wissen zu deduzieren. Die Begriffe, die in der Ontologie eines Koordinationsmusters enthalten sind, können mit Koordinatoren behaftet sein, die ihrerseits jeweils aus einem Constraint und einer dem Constraint zugeordneten Anwendungsvorschrift bestehen. Die Constraints spezifizieren Randbedingungen, die in der Ontologie und mithin im modellierten Arbeitskontext gelten müssen. Die jeweilige Anwendungsvorschrift bestimmt, unter welchen Bedingungen der jeweilige Constraint einzuhalten ist.
Die in Koordinationsmustern verwendeten Ontologien können prinzipiell beliebig strukturiert sein. Es werden jedoch einige Grundstrukturen vorausgesetzt, um kooperative Arbeitskontexte handhaben zu können. Hier ist unter anderem die Einführung zentraler Gestaltungsobjekte wie Informationsobjekte, Aktionen, Organisationselemente und technische Systeme zu nennen.
Bei dem vorgestellten Ansatz müssen Kontrollflüsse zur Koordination nicht notwendig a priori vorhanden sein. Stattdessen können Randbedingungen für den betrachteten Arbeitskontext mit Hilfe von Constraints angegeben werden. Anhand der Randbedingungen werden die Zielerreichung eines Arbeitskontexts und somit dessen Prozesse implizit gesteuert.
Die Arbeit beinhaltet einen exemplarischen Katalog und eine Klassifizierung von Koordinationsmustern. Weiterhin wird ein prototypisches Softwaresystem namens Coda beschrieben, mit dessen Hilfe Koordinationsmuster definiert und verifiziert werden können. Ein Beispiel demonstriert die Anwendung der Methode anhand einer Auswahl von Mustern.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-18184.html