Fraunhofer-Gesellschaft

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Biogaseinsatz bei Mikrogasturbinen - Pilotanlage Gut Eichhof

 
: Mueller, J.

Institut für Solare Energieversorgungstechnik e.V. -ISET-, Kassel; Verband Deutscher Elektrotechniker -VDE-, Bezirksverein Kassel:
Pilotanlagen - Innovationen in der Erprobung. Neuntes Kasseler Symposium Energie-Systemtechnik 2004 : 11. - 12. November 2004, Kassel
Kassel: ISET, 2004
pp.61-68
Kasseler Symposium Energie-Systemtechnik <9, 2004, Kassel>
German
Conference Paper
Fraunhofer IWES ()

Abstract
Es soll der Nachweis erbracht werden, dass die Mikrogasturbine auf Grund der Vorteile im Wartungsbereich eine Alternative zu den bisher eingesetzten Kolbenmaschinen im Bereich der kleineren und mittleren Biogasanlagen darstellt. In einer zweijährigen Betriebsphase soll ein System auf seine Alltagstauglichkeit überprüft werden. Die Mikrogasturbine hat mit ca. 8000 Betriebsstunden wesentlich längere Wartungsintervalle als Kolbenmaschinen. Durch die kontinuierliche Verbrennung kann die Gasturbine besser mit Qualitätsschwankungen im Gas zurechtkommen als Kolbenmotoren. Im Teillastbereich kann die Mikrogasturbine bessere Wirkungsgrade aufweisen als entsprechende Kolbenmotoren. Der Einsatz im Kraft-Wärme-Kopplungsbetrieb ist dank der nur im Abgas gebunden Wärme sehr gut möglich. Auch auf Grund der relativ hohen Abgastemperatur von 260 Grad C lässt hier auf weitere Anwendungen hoffen. Nachteilig sind der gering niedrigere elektrische Wirkungsgrad und die Notwendigkeit einer Aufbereitung des Biogases. Das Biogas muss aufbereitet werden, um den Anforderungen der Mikrogasturbine zu entsprechen. Hier fiel die Entscheidung auf ein Verfahren, bei dem des Gas überverdichtet wird, das Kondensat entfernt wird und das Gas dann auf den gewünschten Druck wieder entspannt wird. Diese Lösung wurde gewählt, um beim Start der Turbine genügend Gas zur Verfügung zu haben und den Kompressor von der Gasturbine zu entkoppeln. Der Lieferant der Mikrogasturbine, Capstone, liefert sehr ausführliche Beschreibungen über die Qualität des Gases und die Mindestvoraussetzungen für die baulichen Ausführungen. Als Standort des Projektes wurde die Biogasanlage des Gutes Eichhof in Hessen ausgewählt. Bei der Beschaffung der Komponenten konnte nicht auf Standardbauteile zurückgegriffen werden. Bei der Beschaffung des Kompressors wurde z.B. erst nach langem Suchen ein Hersteller in Österreich gefunden werden, der einen Schraubenkompressor zur Verfügung stellen konnte, der den Anforderungen entsprach. Alle kritischen Bauteile aus Buntmetallen und Dichtungen wurden durch H2S-feste Komponenten ausgetauscht, wofür vier Monate benötigt wurden.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-164583.html