Fraunhofer-Gesellschaft

Publica

Hier finden Sie wissenschaftliche Publikationen aus den Fraunhofer-Instituten.

Mit Konfigurationsmanagement Verbesserungspotenziale aktivieren

 
: Schmitt, R.; Vorspel-Rüter, M.; Reisenweber, T.

Zeitschrift für wirtschaftlichen Fabrikbetrieb : ZWF 105 (2010), No.9, pp.825-829
ISSN: 0947-0085
German
Journal Article
Fraunhofer IPT ()

Abstract
Der Hochlohnstandort Deutschland kämpft schon seit vielen Jahren mit der Konkurrenz aus Ländern mit deutlich kostengünstigeren Fertigungsbedingungen. Ein Versuch, dieser Konkurrenz zu begegnen, ist das Angebot kundenindividueller Produktlösungen. Die Folgen sind meist die gleichen: Prozesse werden unübersichtlich, Dokumente werden nicht in der richtigen Version mit dem Produkt durch die Fertigung geschleust oder es werden Produkte angeboten, die nicht wirtschaftlich gefertigt werden können. Konfigurationsmanagement (KM) ist ein effizienter Stellhebel, diesen Herausforderungen zu begegnen und gestärkt aus der Wirtschaftskrise hervorzutreten. Das Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen und die P3 Ingenieurgesellschaft haben eine Studie zu Konfigurationsmanagement in deutschen Unternehmen durchgeführt, die diese großen Potenziale bestätigt. Als eindeutiges Ergebnis der Studie wird festgehalten, dass es eine immense Diskrepanz zwischen den Potenzialen, die dem Konfigurationsmanagement zugetraut werden, und der tatsächlichen Umsetzung in den Unternehmen gibt. Trotz der klaren Einschätzung, dass effektiv eingeführtes Konfigurationsmanagement Wettbewerbsvorteile generieren kann, setzen nur wenige Unternehmen eigene Ressourcen hierfür ein. Darüber hinaus ist über die Hälfte aller Teilnehmer mit der Anwendung von Konfigurationsmanagement in ihrem Unternehmen unzufrieden. Schwierigkeiten existieren vor allem im Bereich Anforderungs- und Änderungsmanagement. Von einer punktuellen Verbesserung in diesem Bereich ist aber abzuraten, da Konfigurationsmanagement nur durch eine Abstimmung der drei Bereiche Anforderungs- und Änderungsmanagement, Produktstruktur und zugehörige IT-Systeme sein gesamtes Potenzial aktivieren kann. So ist auch der weit verbreitete Glaube falsch, dass leistungsfähige PLM- und PDM-Systeme alleine Konfigurationsmanagement ausmachen. Sie sind erst die Verstetigung eines leistungsfähigen Anforderungs- und Änderungsmanagements das wiederum auf einer sinnvoll aufgebauten Produktstruktur fußt.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-153818.html