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Demografischer Wandel als Herausforderung für die Sicherung und Entwicklung einer kosten- und ressourceneffizienten Abwasserinfrastruktur

Förderkennzeichen 3708 16 305, UBA-FB 001386, Anpassung der Abwasserinfrastruktur an den demografischen Wandel
Demographic change as a challenge to secure and develop cost- and resourceefficient wastewater infrastructure. Adaptation of wastewater infrastructure to demographic change
 
: Hillenbrand, T.; Niederste-Hollenberg, J.; Menger-Krug, E.; Klug, S.; Holländer, R.; Lautenschläger, S.; Geyler, S.
: Umweltbundesamt -UBA-, Dessau

:
Fulltext (PDF; )

Berlin: UBA, 2010, 253 pp.
Umweltforschungsplan des Bundesministers für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit; Texte - Umweltbundesamt, 36/2010
German
Report, Electronic Publication
Fraunhofer ISI ()
demografischer Wandel; Abwasserinfrastruktur; Handlungsempfehlung; technische und organisatorische Maßnahme; neuartiges Konzept; langfristige Strategieentwicklung; demographic change; wastewater infrastructure; recommendations for action; technical and organisational measures; innovative concept; long-term strategy development

Abstract
Der demografische Wandel wird in Deutschland insgesamt zu einem deutlichen Rückgang der Bevölkerungszahlen führen, kann jedoch regional bzw. lokal sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Sowohl eine Zunahme als auch eine drastische Abnahme der Bevölkerungszahlen sind voraussehbar. Für die raumbezogenen technischen Infrastrukturen wie Wasser, Abwasser oder Energie ergibt sich daraus ein evtl. deutlicher Anpassungsbedarf. Aufgrund der sehr langen Nutzungsdauer wichtiger Komponenten konventioneller Abwasserinfrastruktursysteme (Kanäle bis zu 100 Jahre), verbunden mit hohen Investitions- und Unterhaltungskosten, sind weit vorausschauende Planungen und die langfristige Berücksichtigung aller sich verändernden Umfeldbedingungen notwendig. Die systematische Analyse der Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Abwasserinfrastruktur zeigt die besondere Relevanz der ökonomischen Auswirkungen: abnehmende Einwohnerzahlen bei hohen Fixkostenanteilen bedeuten höhere spezifische Belastungen für den einzelnen Nutzer. Die beschriebenen Lösungsansätze können zum einen helfen, den je nach den lokalen Bedingungen zu erwartenden, betrieblichen Probleme zu begegnen, zum anderen zeigen sie innovative technische Nutzungen vorhandener Systemkomponenten sowie übergreifende organisatorische Ansätze auf. Zusätzlich werden alternative Organisationsmodelle für die Umsetzung dezentraler Konzepte beschrieben. Die mit der Zielsetzung einer möglichst hohen Ressourceneffizienz (Energie, Wertstoffe) und unter Berücksichtigung weiterer sich wandelnder Einflussgrößen in den letzten Jahren entwickelten Abwasserinfrastruktursysteme werden dargestellt. Die erarbeiteten Handlungsempfehlungen richten sich vor allem an die Abwasserentsorger und Kommunen als die lokal verantwortlichen Akteure. Ihr Ziel muss es sein, sich frühzeitig auf die evtl. stattfindenden Veränderungen einzustellen, Stadtentwicklung und Unternehmensstrategie aufeinander abzustimmen und eine langfristig orientierte, an die sich verändernden Rahmenbedingungen angepasste Investitionsplanung durchzuführen. Darüberhinaus sind wichtige Randbedingungen über das Umfeld zu beeinflussen. Dazu zählen Maßnahmen zur Raumordnung, Fördermaßnahmen für Infrastrukturmaßnahmen, Anpassungen im rechtlichen Umfeld sowie unterstützende Forschungsaktivitäten.

 

Demographic change will lead to an overall significant decline in Germany's population, but this can vary greatly at regional and local levels. Both increases and drastic reductions in population are being predicted. This means that spatially-based technical infrastructures such as water supply, sewage or energy networks and facilities will have to be adapted, perhaps considerably. Because important components of conventional wastewater infrastructure systems are in use for very long periods (up to 100 years for sewers) and because they are associated with high investment and maintenance costs, it is necessary to plan for the very long-term future and take all the changing framework conditions into account. A systematic analysis of the consequences of demographic change on wastewater infrastructure shows the special relevance of economic impacts: a declining number of inhabitants plus a high proportion of fixed costs mean a higher specific cost burden for each user. The approaches described help to counter expected operating problems, which vary locally. They also indicate innovative technical uses of existing system components as well as overarching organisational approaches. In addition, alternative organizational models are described for implementing decentralized concepts. Wastewater infrastructure systems are presented which have been developed in the past few years with the objective of achieving the highest possible resource efficiency (energy, nutrients) and which take into account continued changes in the factors of influence. The recommendations for action are directed mainly at the wastewater utilities and the municipalities as the locally responsible actors. They must aim to adjust to possible changes in the framework conditions at an early stage, to coordinate urban development and corporate strategy and to develop a long-term capital investment plan. Additionally it is necessary to influence the framework conditions. This can be done by measures of spatial planning, funding of infrastructure as well as adjusting the legal framework and promoting supportive research activities.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-139263.html