Fraunhofer-Gesellschaft

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Praxis Materialflusssimulation

Antworten, zu oft zu spät?
 
: Kuhn, A.; Wagenitz, A.; Klingebiel, K.

Wolf-Kluthausen, H.:
Jahrbuch der Logistik 2010
Korschenbroich: free beratung, 2010
ISSN: 0932-6189
pp.206-211
German
Book Article
Fraunhofer IML ()
Simulation; Simulation/Planung; Simulationsstudie

Abstract
Mit einem integrativen Einsatz kann die Simulation bereits früher als bisher üblich wertvolle Erkenntnisse für das Planungsteam liefern. Der Simulationsexperte wird frühzeitig erkennen, wann letztendlich eine Simulation erforderlich ist und dann die Studie und die entstehenden Modelle so konzeptionieren, dass sie neue Informationen zum Planungsstand genau dann aufgreifen, wenn sie verfügbar werden. Die durchweg hohe Zufriedenheit der Kunden mit den Projektergebnissen belegt die Qualität des dargestellten Konzeptes.
Der Materialflusssimulation wird von Anhängern dieser Methode seit sehr vielen Jahren eine große und sogar steigende Bedeutung bei Planung komplexer Produktionsanlagen und ihres Umfelds nachgesagt. Der Grundgedanke, komplexe Zusammenhänge zunächst an einem Modell zu untersuchen und erst nach Nachweis der Leistungsfähigkeit umzusetzen, Tatsächlich bestechend. Ein Blick in die Praxis zeigt jedoch eher folgendes Bild. Der Simulationsexperte stößt zu einem Projektteam hinzu und versucht die Aufgabe zu verstehen (welche Ergebnisse werden vom Planungsteam aus der Simulation erwartet) und Informationen zu sammeln, die für den Modellaufbau benötigt werden. Dazu gehören Daten über die zukünftige Systemlast, Informationen über das Layout von Anlagen und insbesondere Steuerungsregeln.
An dieser Stelle zeigen sich oft schon manifeste Probleme, die in zahlreichen Artikeln in der Literatur behandelt werden: Die Daten, die der Simulationsexperte erfragt, sind regelmäßig nicht vorhanden. Das Teilprojekt Simulation gerät so in eine erste "Schieflage. Mit einiger Verzögerung gibt das Projektteam die gewünschten Daten für den Modellaufbau weiter und der Simulationsexperte liefert erste Ergebnisse der Simulation: Das System zeigt oft nicht die erwartete Leistung. Aus Blick des Simulationsexperten ist das ein wertvoller Hinweis auf einen manifesten Planungsfehler, aus Sicht der Planungsteams jedoch häufig ein eher lästiger Einwurf, der aufgrund fehlerhafter Annahmen on den gelieferten Daten zustande kommt. Der Simulationsexperte bekommt neue Daten, und das Planungsteam widmet sich weiter seiner Kernaufgabe.
Im Folgenden soll untersucht werden, warum die Methode Simulation in Projekten häufig den Projektfortschritt bremst und wie durch einen integrierten Planungsansatz die unbestrittenen Vorteile der Methode realisiert werden können.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-137230.html