Fraunhofer-Gesellschaft

Publica

Hier finden Sie wissenschaftliche Publikationen aus den Fraunhofer-Instituten.

Beseitigung technischer, rechtlicher und ökonomischer Hemmnisse bei der Einspeisung biogener Gase in das Erdgasnetz zur Reduzierung klimarelevanter Emissionen durch Aufbau und Anwendung einer georeferenzierten Datenbank. Bd.5: Technische, rechtliche und ökonomische Hemmnisse und Lösungen bei der Einspeisung von Biomethan in das Erdgasnetz aus Sicht eines Gasunternehmens

Abschlussbericht für das BMBF-Verbundprojekt "Biogaseinspeisung"
 
: Schiffers, J.; Meyer-Prescher, B.
: Vogel, A.; Urban, W.; Zeidler-Fandrich, B.

:
Fulltext urn:nbn:de:0011-n-1200706 (1.2 MByte PDF)
MD5 Fingerprint: dc7d1fa535acb847639be3eab39e9954
Created on: 6.8.2010


Oberhausen: Fraunhofer UMSICHT, 2009, II, 65 pp.
German
Report, Electronic Publication
Fraunhofer UMSICHT Oberhausen ()
biogas feed-in; biomethane; substitute natural gas (SNG); model region; area, rural; Biogaseinspeisung; Biomethan; Erdgassubstitut; Modellregion; Raum, ländlicher

Abstract
Biogas ist eine regenerative Energie mit vorteilhafter CO2-Bilanz und wird als Option einer künftigen nachhaltigen Energieversorgung politisch gefördert. Infolge der Unterstützung durch das "Erneuerbare Energien Gesetz" wurden in Deutschland in den letzten Jahren mehr als 3.700 Biogasanlagen gebaut. Fast ausschließlich wird in diesen Anlagen das erzeugte Biogas direkt in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) verstromt. In den meisten Fällen hat dies zur Folge, dass die vom BHKW erzeugte Wärme nicht genutzt werden kann, da die Biogasanlage in einem landwirtschaftlich geprägtem Umfeld errichtet wurde, in dem kein entsprechender Wärmebedarf vorhanden ist. Wenn hingegen das Biogas auf Erdgasbeschaffenheit zu sogennantem Bioerdgas (auch Biomethan genannt) aufbereitet, ins Erdgasnetz eingespeist und dann zu Orten transportiert wird, an denen eine Verstromung mit weitestgehender Wärmenutzung möglich ist, lässt sich die Effizienz der Biogasnutzung wesentlich verbessern. Erste Projekte zur Biogaseinspeisung ins Erdgasnetz wurden in Deutschland bereits 2006 realisiert.
Im BMBF-Verbundprojekt "Biogaseinspeisung" sollen die technischen, rechtlichen und ökonomischen Hemmnisse bei der Einspeisung von aufbereitetem Biogas in das Erdgasnetz identifiziert und nach Möglichkeit Lösungsansätze für ihre Beseitigung entwickelt werden. Im Rahmen dieser Zielsetzung sollte E.ON Ruhrgas als Teil des Projektverbundes u. a. mögliche Einspeisehemmnisse aus Sicht der Gaswirtschaft identifizieren und anhand dieses Berichtes die nötigen Hintergrundinformationen hierzu liefern. Es sollte geklärt werden, ob durch ein optimiertes Einspeisemanagement schwankende Biogasbeschaffenheiten und die zeitliche Disparität zwischen dem Biogasanfall und Gasverbrauch ausgeglichen werden können.
Das Ziel des Arbeitspaketes 3 im Rahmen des Projektes und dieses Abschlussberichtes war die Identifikation bestehender Bioerdgas-Einspeiserestriktionen in Hinblick auf das Gasnetz. In Form einer Studie hat E.ON Ruhrgas eine Gasnetzanalyse durchgeführt und mit Hilfe des Schwesterunternehmens E.ON Gastransport die Hemmnisse bei der Einspeisung von Bioerdgas in ein Gastransportnetz aufgezeigt. Der Inhalt dieser Studie wird im vorliegenden Bericht "Technische, rechtliche und ökonomische Hemmnisse der Einspeisung von Bioerdgas in das Erdgasnetz aus Sicht eines Gasunternehmens" wiedergegeben. Anhand von Hintergrundinformationen und in Bezugnahme auf die technischen Regelwerke und die Gesetze wurde veranschaulicht, mit welchen Fragestellungen ein Gasnetzbetreiber in Verbindung mit der Bioerdgaseinspeisung konfrontiert wird. Im Rahmen einer weiteren Studie, die vom Schwesterunternehmen E.ON Avacon Netz GmbH durchgeführt wurde, wird in einer Extrembetrachtung der Frage nachgegangen, bis zu welchem Grad eine Substitution von Erdgas duch regeneratives Bioerdgas in der Modellregion Altmark möglich ist. Der Inhalt dieser zweiten Studie wurde in den vorliegenden Bericht integriert.
Im Arbeitspaket 4 sollte erarbeitet werden, ob durch ein optimiertes Bezugsmanagement schwankende Biogasbeschaffenheiten und die zeitliche Disparität zwischen dem Biogasanfall und dem Gasverbrauch ausgeglichen werden können. Durch die Erneuerung der Gasnetzzugangsverordnung hat ein Transportkunde, der die Einspeisung von Bioerdgas begehrt, nun einen Durchleitungsanspruch. Der Gasnetzbetreiber muss dem Bioerdgas-Transportkunden die erforderlichen Kapazitäten zur Verfügung stellen und nötigenfalls entsprechende, wirtschaftlich zumutbare Maßnahmen ergreifen, um eine ganzjährige Einspeisung zu ermöglichen. Durch diese während der Projektbeantragung noch unabsehbare rechtliche Entwicklung ist die Frage nach dem Kapazitätsmanagement hinfällig geworden. Die in Arbeitspaket 3 vorgestellten Berichte machen dennoch Vorschläge, welche Möglichkeiten des Kapazitätsmanagements grundsätzlich vorhanden sind.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-120070.html