Fraunhofer-Gesellschaft

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Die Digitalisierungshürde lässt sich Meister(n)

Erfolgsfaktoren, Werkzeuge und Beispiele für den Mittelstand
 
: Knothe, Thomas; Gering, Patrick; Rimmelspacher, Sven O.; Maier, Michael

Berlin: Springer Vieweg, 2020, XVIII, 145 pp.
ISBN: 978-3-662-60366-6 (Print)
ISBN: 978-3-662-60367-3 (Online)
ISBN: 3-662-60366-7
Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF (Deutschland)
Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen; 02P14B000; JUMP 4.0
German
Book
Fraunhofer IPK ()
Klein- und Mittelbetrieb; Industrie 4.0; flexible Fertigung; Prozessmanagement

Abstract
JUMP 4.0 steht für die „Mobile Jobeinplanungsunterstützung für den Meister in der Produktion“. Ein Konsortium aus kleinen und mittelständischen Unternehmen entwickelte zusammen mit Forschungseinrichtungen Methoden und Werkzeuge zur Beherrschung der Komplexität auf dem betrieblichen Hallenboden. Es blieb nicht nur bei der Technologierealisierung. Die Partner unterzogen einer der erfolgreichsten deutschen Alleinstellungsmerkmale, der „Meisterrolle“ ein umfassendes Facelift. In absehbarer Zeit erscheint es als nicht realistisch, komplett intelligent unterstützte Produktionssysteme in der mittelständischen Produktion umzusetzen. Vielmehr geht es in dem vorliegenden Buch um die Verringerung von Einstiegshürden in Industrie 4.0 und wie bestehende Technologien zu mehr Flexibilität und Effizienz führen können. Das Buch startet mit einer Fiktion wobei bewusst die Situation eines Unternehmens mit „Papierhintergrund“ skizziert wird, welches vor genau den Herausforderungen steht, die symptomatisch für viele kleine Unternehmen in Deutschland sind: Höhere Anforderungen an Individualität was zu nicht vorhergesehenen Komplexitäten führt sowie das „plötzliche“ Aufkommen neuer Marktteilnehmer deren Alleinstellungsmerkmale eingespielte Geschäftsstrukturen pulverisieren. Anhand dieser betrieblichen Situationsbeschreibung wird herausgestellt, welche Szenarien am Rollenbild des Meisters im Zuge des digitalen Wandels möglich sind. Hierbei bedankt sich das Konsortium besonders bei Prof. Hirsch-Kreinsen für seinen Beitrag, der insbesondere Gestaltungspfade für die Weiterentwicklung der Meisterrolle aufzeigt. Organisationen können auch in KMU nur wirken in systematisch entwickelten Prozessen. Dazu wird im Folgeabschnitt dargelegt wie das Prozessmanagement in kleinen und mittleren Unternehmen aufgebaut werden sollte, um den obengenannten Anforderungen an Flexibilität und Effizienz im turbulenten Marktumfeld gerecht zu werden. Im Hauptteil dieser Broschüre werden die im JUMP 4.0 Projekt entstandenen Lösungen vorgestellt und ihr Wirken zur Unterstützung des Meisters erläutert. Das sind: • Ein einfaches, interaktives Prozessmanagementsystem, welches dem Meister als neuen kreativen Akteur als Werkzeug zur Verfügung steht, um Machbarkeitsbewertung und Einplanung von individuellen Kundenanfragen vom Top-Floor auf den Shop-Floor zu verlagern sowie zu überwachen. Die resultierende Verkürzung von Antwortzeiten und Lieferfähigkeiten wird einen entscheidenden Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit von KMU im nationalen und internationalen Vergleich leisten. • Ein Technologiebewertungssystem, um technische Fähigkeiten von KMU hinsichtlich spezifischer Kundenanforderungen zu bewerten und konkrete Bedarfe aufzudecken, sodass Unsicherheiten in Bezug auf Investitionen in Industrie 4.0 Technologien entgegengetreten werden kann. Neue Technologien erfordern angepasste Arbeitsinhalte sowie Arbeitsplätze, die in diesem Projekt ebenfalls adressiert wurden. • Neue Rollenmuster, die sich maßgeblich aus der Prozessorientierung ergeben. Diese wird durch eine agile Prozessorganisation unterstützt, welche anhand der Prozessbausteine der „Auftrag-bis-Kunde“-Kette auf dem Shop-Floor ausgelegt ist. Unter Nutzung einer dynamischen Qualifikationsmatrix wird eine flexible Zuordnung von erforderlichen Ressourcen für die Bearbeitung individueller Aufträge ermöglicht. Diese soll durch eine Gap-Analyse der derzeitigen Mitarbeiter-Profile zu Ausprägungsvarianten des Prozessmanagements und Technologie-Optionen die kurz- und langfristige Planung von Qualifikationsmaßnahmen im Industrie 4.0 Umfeld vereinfachen. • Ein Leitfaden unterstützt bei der Einführung und Umsetzung der eigenen Industrie 4.0 Lösung, so dass Industrie 4.0 Elemente systematisch etabliert werden können • Abgerundet werden die Darstellungen der Technologien mit den Erfahrungen der Unternehmen aus der Anwendung. Neben den Darstellungen des Nutzens der Lösungskomponenten für den Geschäftserfolg werden einerseits auf die spezifischen Besonderheiten der Unternehmen Wert gelegt und andererseits auch die bestehenden Kritikpunkte an Werkzeugen und Methoden herausgestellt. Diese sind aus zwei Gründen wichtig: Eine erfolgreiche digitale Transformation braucht gerade in KMU eine offene Fehlerkultur und darüber hinaus soll auch der Leser davon lernen. Diese Broschüre soll KMU helfen, den Spagat zwischen der für die Digitalisierung erforderliche Standardisierung und der Verbesserung der Fähigkeit zu individualisierten Produkten und Prozessen zu meistern. Dazu wird dargestellt, wie die Rolle Meisters dazu verändert werden muss um diese Transformation erfolgreich durchführen zu können. Das Konsortium JUMP 4.0 besteht aus dem Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik, dem Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT) der Universität Stuttgart, der TU Dresden mit der Professur Prozesskommunikation der Fakultät Informatik (Institut für Angewandte Informatik) und der PI Informatik GmbH sowie den Anwendungspartnern budatec GmbH, Maier Machines und cirp GmbH sowie Pickert & Partner GmbH und KSB SE & Co. KGaA. Das Projekt wurde gefördert durch die Initiative Industrie 4.0 – Forschung auf dem betrieblichen Hallenboden des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter Begleitung des Projektträgers PTKA am KIT Karlsruhe.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/H-79002.html