Fraunhofer-Gesellschaft

Publica

Hier finden Sie wissenschaftliche Publikationen aus den Fraunhofer-Instituten.

Tageslichtnutzung versus Energie - Gesamtheitliche Bewertung von Tageslicht und Sonnenschutzsystemen

 
: Wienold, J.; Kuhn, T.E.

Ostbayerisches Technologie-Transfer-Institut e.V. -OTTI-, Regensburg:
Siebtes Symposium Innovative Lichttechnik in Gebäuden 2001 : 25. und 26. Januar 2001, Kloster Banz
Regensburg: OTTI, 2001
ISBN: 3-934681-12-3
pp.174-182
Symposium Innovative Lichttechnik in Gebäuden <7, 2001, Kloster Banz, Staffelstein>
German
Conference Paper
Fraunhofer ISE ()
Gebäudekonzepte

Abstract
Der Trend in der Architektur zu immer größeren Glasflächen zwingt die Planer zur exakten Auslegung von Tageslicht- und Sonnenschutzsystemen inklusive Regelung. Dabei spielt das Zusammenwirken von Anforderungskriterien bezüglich Tageslichtnutzung und sommerlichem Wärmeschutz bei der Planung eine große Rolle. Häufig wird hierbei auch die Sensitivität der eingesetzten Systeme auf verschiedene Regelstrategien bzw. Nutzereingriffe vernachlässigt. Zum Beispiel werden häufig minimal erreichbare g-Werte von geschlossenen Jalousiesystemen für die thermische Auslegung des Gebäudes verwendet - ungeachtet dessen, dass der Nutzer das System in Realität nicht dauernd geschlossen hält, insbesondere um den visuellen Außenbezug herzustellen. Bei fast allen Sonnenschutzsystemen verschlechtert sich der g-Wert, wenn die Lamellen geöffnet werden. Wenn also bei Jalousiesystemen nicht berücksichtigt wird, dass der Nutzer das System aus visuellen Komfortgründen nicht immer schließen wird, dann entsteht hierdurch ein Unsicherheitsfaktor bei der Planung des sommerlichen Wärmeverhaltens des Gebäudes. Viele weitere Probleme beim Betrieb von Gebäuden werden durch die Nicht-Berücksichtigung von Nutzeranforderungen verursacht. In Abbildung 1 und Abbildung 2 werden die Nutzeranforderungen zusammengestellt, so wie sie sich aus unseren Erfahrungen in Planungs- und Beratungsprojekten ergeben. Die Fülle der Anforderungen macht sehr schnell klar, dass nicht alle Kriterien zu gleichen Maßen erfüllt werden können. Solch eine "optimale" Fassade gibt es nicht und wird es auch in absehbarer Zeit nicht geben. Demnach müssen bei der Planung die einzelnen Aspekte rechtzeitig und detailliert untersucht und bewertet werden, um dann im Anschluss im Planungsteam den bestmöglichen Kompromiss zu finden (ganzheitliche Bewertung). Dies bedingt jedoch, dass die einzelnen Aspekte auch in ausreichendem Maße bewertet werden können. Für einige Teilaspekte gibt es bereits ausreichende Bewertungsmethoden, für andere Aspekte sind diese derzeit bei weitem nicht zufriedenstellend.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/B-73735.html