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Die Belastung des Menschen durch Benzol und andere aromatische Kohlenwasserstoffe unter besonderer Berücksichtigung des Beitrages der Innenraumluft

 
: Schimming, E.

Göttingen: Cuvillier, 1998, 239 pp. : Ill., Lit.
Zugl.: Hannover, Univ., Diss., 1997
ISBN: 3-89712-195-6
German
Dissertation
Fraunhofer ITA ( ITEM) ()
Raumluft; Benzol; gesundheitsschädlicher Stoff; human; hydrocarbon

Abstract
In der vorliegenden Arbeit wurde die äußere (Umgebungsluft) und innere (Blut und Exhalationsluft) Belastung des Menschen durch Benzol und andere aromatische Kohlenwasserstoffe (Toluol, Ethylbenzol und die drei isomeren Xylole) untersucht, um zu klären, durch welche Emissionsquellen die Belastung der Innenraumluft und des sich dort aufhaltenden Menschen hervorgerufen wird. Der Beitrag der Innenraumluft zur Gesamtbelastung des Menschen durch organische Luftschadstoffe (hier aromatische Kohlenwasserstoffe) ist besonders wichtig, da sich der Mensch, statistisch gesehen, bis zu 90 % des Tages in Innenräumen aufhält. Dabei können die aromatischen Kohlenwasserstoffe aus Emissionen des Straßenverkehrs stammen und in die Wohnräume eingetragen werden oder direkt aus Innenraumquellen emittieren. Zur Klärung dieser Zielstellung wurden etwa 100 Nichtraucherhaushalte ausgewählt, von denen ca. 50 Haushalte in verkehrsreichen Straßen im Zentrum Hannovers und ca. 50 weitere Haushalte im nördlichen ländlichen Umfeld der Stadt mit geringer Verkehrsdichte liegen. In diesen Wohnungen wurde jeweils in mehreren Räumen über einen Zeitraum von etwa zwei Wochen die mittlere Belastung an Benzol, Toluol, Ethylbenzol und den drei isomeren Xylolen mit Hilfe von Passivsammlern bestimmt. Zusätzlich erfolgte ebenfalls durch passive Probenahmen eine kontinuierliche Erfassung der Außenluftkonzentrationen, die aufgrund der verschiedenen Verkehrssituationen beider Probenahmegebiete starke Unterschiede aufwiesen. Um die personenbezogene Exposition gegenüber den aromatischen Kohlenwasserstoffen nahezu lückenlosen zu erfassen, wurden etwa 50 Personen ausgewählt, die über einen Zeitraum von zwei Wochen einen Sammler am Körper trugen. Die innere Belastung des Menschen wurde durch die Entnahme und Analyse von Blut- und Exhalationsluftproben erfasst und mit der Innenraumluftbelastung, die parallel durch eine aktive Probenahme durch Adsorption der Schadstoffe an Tenax bestimmt wurde, verglichen. Alle Probenahmen wurden durch ausführliche Fragebögen und Feldprotokolle begleitet. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurden zwei Probenahme- und Analysenverfahren für das Biomonitoring von aromatischen Kohlenwasserstoffen entwickelt und erfolgreich in der Praxis angewandt. Dabei handelt es sich zum einen um die Bestimmung von Benzol und Toluol im Blut mit Hilfe der Headspace-Festphasenmikroextraktion und zum anderen um die Untersuchung des Benzol- und Toluolgehaltes der Exhalationsluft. Alle angewandten Probenahme- und Analysenverfahren wurden vor ihrer Anwendung umfangreich validiert und deren Richtigkeit durch die Teilnahme an mehreren Ringversuchen, Interlaborvergleichen und Verwendung von Referenzmaterialien abgesichert. Wie in anderen Studien wurde auch in der vorliegenden Arbeit festgestellt, daß die Konzentrationen der aromatischen Kohlenwasserstoffe in der Luft und im Blut im Verlaufe der letzten Jahre einen deutlichen Rückgang zeigen. Mit Ausnahme der Toluolbelastungen sind die Aromatenkonzentrationen in den Innenräumen der verkehrsreichen Straßen gegenüber denen der verkehrsberuhigten Wohngebiete signifikant erhöht. In verkehrsreichen Straßen über demzufolge die Kraftfahrzeugemissionen einen deutlichen Einfluß auf die Belastung der Innenraumluft aus. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, daß für alle aromatischen Kohlenwasserstoffe Innenraumquellen existieren, die jedoch für das Benzol die geringste Quellstärke besitzen. Die personenbezogene und innere Belastung des Menschen durch aromatische Kohlenwasserstoffe steht in einem engen Zusammenhang zu den Konzentrationen der Umgebungsluft.

: http://publica.fraunhofer.de/documents/B-63800.html